Handlungssicherheit durch Austausch: STT-Ideenbasar in den Herbstferien
06.11.2026
Sozialarbeit an Schule Sozialpädagogisches Teamteaching
Wie reagiere ich auf rechtsextreme Äußerungen im Schulalltag? Was ist zu tun, wenn Schüler:innen suizidale Gedanken äußern? Und wie gelingt es, bei belastenden Themen auch die eigene psychische Gesundheit im Blick zu behalten?
Fragen wie diese beschäftigen die Mitarbeiter:innen des ESF-geförderten Thüringer Landesprogramms Sozialpädagogischen Teamteachings (STT) regelmäßig in ihrer Arbeit an Thüringer Schulen. Umso wichtiger sind Räume für fachlichen Austausch, gegenseitige Unterstützung und gemeinsames Lernen. Genau dafür kamen am 13. Oktober 2026 insgesamt 17 Teamteacher:innen aus ganz Thüringen zum STT-Ideenbasar an der Gemeinschaftsschule 4 „Am Großen Herrenberg“ in Erfurt zusammen.
Austausch und Vernetzung für den Schulalltag
Im Mittelpunkt des Ideenbasars standen zwei Themen, die viele Pädagog:innen aktuell herausfordern. Im ersten Teil wurde ein an der Schule entwickelter Handlungsleitfaden zum Umgang mit rechtsextremen Handlungen, Äußerungen und Symboliken vorgestellt. Die Teilnehmenden diskutierten praktische Erfahrungen, Chancen und Grenzen der Umsetzung und tauschten sich darüber aus, wie Schulen eine klare demokratische Haltung zeigen und gleichzeitig handlungssicher agieren können.
Umgang mit Suizidalität bei Kindern und Jugendlichen
Am Nachmittag widmete sich der Ideenbasar dem Thema Suizidalität bei Kindern und Jugendlichen. Neben Informationen zu Warnzeichen, Handlungsmöglichkeiten und Unterstützungsangeboten standen vor allem die Erfahrungen der Kolleg:innen im Mittelpunkt. Viele berichteten von Situationen, in denen sie bereits mit selbstverletzendem Verhalten, Depressionen oder konkreten Hilferufen junger Menschen konfrontiert waren. Der Austausch machte deutlich, wie wichtig fachliche Orientierung, verlässliche Netzwerke und die eigene Selbstfürsorge in solchen Situationen sind.
Besonders wertvoll war dabei das gemeinsame Sammeln von Unterstützungsangeboten für Kinder und Jugendliche. Die Teilnehmenden tauschten hilfreiche Anlaufstellen wie die Nummer gegen Kummer oder den Krisenchat aus, die Betroffenen niedrigschwellige und vertrauliche Unterstützung bieten. Solche Angebote können eine wichtige Brücke sein, wenn junge Menschen Unterstützung benötigen und der erste Schritt zur Hilfe noch schwerfällt.
Gemeinsam lernen schafft Handlungssicherheit
Ebenso deutlich wurde: Handlungssicherheit entsteht nicht allein durch Wissen, sondern auch durch den Austausch mit Menschen, die ähnliche Herausforderungen erleben. Der Ideenbasar bot dafür den passenden Rahmen – offen, kollegial und praxisnah.
Oder, wie es im Vortrag treffend formuliert wurde:
„Hört einander aufmerksam zu, begegnet euch mit Achtsamkeit und Respekt und habt den Mut, offen nachzufragen.“
Dieser Gedanke prägte nicht nur den fachlichen Input, sondern den gesamten Tag.
Mit neuen Impulsen, gestärktem Fachwissen und vielen wertvollen Gesprächen im Gepäck kehrten die Teilnehmenden in ihre Schulen zurück. Der nächste Ideenbasar kann kommen










