4 Jahre „im FOKUS“ – Wenn junge Menschen wieder an sich selbst glauben
Vor vier Jahren startete unser Projekt „im FOKUS“ mit einer einfachen, aber kraftvollen Überzeugung: In jedem jungen Menschen steckt mehr, als er:sie selbst manchmal glauben kann.
Seitdem begleiten wir Jugendliche auf ihrem Weg zu einem erfolgreichen Hauptschulabschluss – vor allem aber auf ihrem Weg zu mehr Selbstvertrauen, neuen Perspektiven und dem Mut, die eigene Zukunft in die Hand zu nehmen.
Denn oft beginnt der größte Erfolg nicht mit einer bestandenen Prüfung.
Er beginnt an dem Tag, an dem ein Jugendlicher nach langer Zeit wieder regelmäßig kommt. An dem Moment, in dem jemand zum ersten Mal sagt: „Ich möchte das schaffen.“ Oder wenn aus dem Gedanken „Das kann ich sowieso nicht“ langsam die Überzeugung wird: „Ich probiere es einfach.“
Mehr sehen als Noten
Die Jugendlichen, die zu uns kommen, bringen unterschiedliche Geschichten mit. Manche haben über Monate oder sogar Jahre keine Schule besucht. Viele tragen einen schweren „Rucksack“ aus persönlichen Herausforderungen, belastenden Erfahrungen und Enttäuschungen.
Deshalb geht es bei „im FOKUS“ um weit mehr als Unterricht.
Wir schaffen eine Lernumgebung, die sich an den Bedürfnissen der Jugendlichen orientiert, begleiten sie bei der Vorbereitung auf den Externen Hauptschulabschluss und unterstützen sie dabei, ihre individuellen Stärken zu entdecken. Gleichzeitig stehen wir ihnen bei persönlichen Herausforderungen zur Seite, fördern ihre persönliche und berufliche Entwicklung und bereiten gemeinsam die nächsten Schritte Richtung Ausbildung, Arbeit oder weiterführende Bildung vor.
Auch Eltern und Betreuende beziehen wir in diesen Prozess ein, denn nachhaltige Entwicklung gelingt am besten gemeinsam.
Wachstum, das sichtbar wird
Besonders bewegend sind die Veränderungen, die im Laufe der Zeit entstehen.
Aus Jugendlichen, die sich selbst wenig zutrauen, werden junge Menschen, die Verantwortung übernehmen. Aus anfänglicher Zurückhaltung wird Mut. Aus Unsicherheit wird Stolz.
Wir erleben Jugendliche, die beginnen, Ziele für sich zu entwickeln und konsequent daran zu arbeiten. Jugendliche, die über sich hinauswachsen. Jugendliche, die entdecken, welche Fähigkeiten und Talente in ihnen stecken.
Und jedes Jahr aufs Neue erleben wir einen ganz besonderen Moment:
Wenn junge Menschen ihren Hauptschulabschluss in den Händen halten und mit Recht stolz auf sich sein können.
In diesem Jahr bereits zum vierten Mal.
Herausforderungen gehören dazu
Natürlich verläuft dieser Weg nicht immer geradlinig.
Anhaltende Demotivation, ein oft sehr hoher Handykonsum oder die Schwierigkeit, überhaupt einen Zugang zu einzelnen Jugendlichen zu finden, gehören zu den Herausforderungen unseres Alltags. Hinzu kommen die oftmals sehr vollen Lebensgeschichten, die viele Jugendliche bereits in jungen Jahren mitbringen.
Umso wichtiger sind Vertrauen, Geduld und ein Team, das auch dann an junge Menschen glaubt, wenn sie es selbst gerade nicht können.
Vier Jahre „im FOKUS“ in Zahlen
- 10 Jugendliche werden aktuell begleitet.
- 5 Lehrkräfte, 1 Sozialpädagogin und 1 Projektleitung bilden das Projektteam.
- In den vergangenen vier Jahren wurden 12 Jugendliche zum Externen Hauptschulabschluss angemeldet.
- 10 von ihnen haben ihren Abschluss erfolgreich bestanden – eine Erfolgsquote von rund 83 Prozent.
Hinter diesen Zahlen stehen persönliche Geschichten, Mut, Durchhaltevermögen und junge Menschen, die an sich selbst gewachsen sind.
Vier Jahre voller Perspektiven
Wenn wir auf die vergangenen vier Jahre zurückblicken, sehen wir weit mehr als Zahlen und Abschlüsse.
Wir sehen junge Menschen, die ihren Weg wiedergefunden haben.
Wir sehen Mut, Ausdauer und persönliche Entwicklung.
Und wir sehen jeden Tag aufs Neue, wie wichtig es ist, Orte zu schaffen, an denen Jugendliche erfahren: Du bist mehr als deine bisherigen Erfahrungen. Du kannst wachsen. Du kannst deinen Weg gehen.
Auf diese vier Jahre sind wir stolz – und wir freuen uns auf viele weitere Geschichten, die noch geschrieben werden.
Happy Birthday, „im FOKUS“!
Das Projekt wird gefördert durch den Freistaat Thüringen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus.







