Der Kindergarten "Sprachkiste" stellt sich vor

Mitten im Stadtzentrum zwischen den Instituten und dem Wohngebiet Damenviertel gelegen steht eine Villa, die seit April 2019 als Kindergarten zur Verfügung steht.

Unser Kindergarten bietet bis zu 60 Kindern ab 13 Monaten bis zum Schulanfang eine optimale pädagogische Heimat. Wir haben beim Konzept auf folgende Kriterien besonderen Wert gelegt:

  • Mehrsprachigkeit und interkulturelle Vielfalt
  • MINT-Bildung (Lernen mit naturwissenschaftlichem Praxisbezug)
  • Nachhaltigkeit und Ökologie
  • Einbindung von Ehrenamt

Mit diesem besonderen Konzept sollen Kinder und Eltern aus ganz Jena angesprochen werden. Wir streben hierbei eine Vielfalt der Herkunftskulturen und -sprachen an. Auch unser Mitarbeiter*innen-Team lebt Vielfalt.

Beim Umbau des Gebäudes haben wir auf eine behutsame und ökologische Sanierung großen Wert gelegt. Vom Korkfußboden über BIO-Essen bis zum nachhaltigen Spielzeug und einer Solaranlage: Wir haben uns viele Gedanken darüber gemacht, wie eine Kita im 21. Jahrhundert aussehen sollte. Wir sind auf Unterstützung und Mitarbeit von Interessierten, künftigen Nutzer*innen und Unternehmen angewiesen. Bei Interessen wenden Sie sich bitte an uns!

Informationen zum Konzept und zum Haus

Kinder sollen eine offene, sprachfreundliche Atmosphäre erleben, die alle Familiensprachen wertschätzt. Dazu gehört, dass die verschiedenen Sprachen der Kinder in der Kita durch Raumgestaltung und entsprechendes pädagogisches Material präsent sind. Durch die Einbindung mehrsprachiger Eltern oder Ehrenamtlicher soll in Projekten und Alltagssettings der aktive Mehrsprachengebrauch unterstützt werden. Denn sprachliche (Selbst-)Bildung findet vor allem dann statt, wenn sie sich auf bedeutsame Ereignisse, die Kompetenzen und den Alltag der Kinder bezieht.

Wir orientieren uns am Modell der „Familienkultur“. Das bedeutet, dass jede Familie, unabhängig von Staatsangehörigkeit oder Religion, ihre individuellen Erfahrungen, Werte und Erziehungsziele mitbringt. In kontinuierlicher Selbstreflexion und stetigem Dialog möchten wir uns aktiv mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden, aber vor allem den eigenen Vorurteilen diesbezüglich, auseinandersetzen und Vielfalt als Chance begreifen. In unserer Einrichtung sind daher alle Familien, ausdrücklich auch mit Migrationshintergrund und Mehrsprachigkeit, willkommen. 

Kinder haben einen natürlichen Forscherdrang, den es in allen Bildungsbereichen zu unterstützen gilt. Bereits Kleinkinder setzen sich spielerisch mit den Naturwissenschaften auseinander. Eine naturnahe und naturwissenschaftliche orientierte Pädagogik findet bei uns Umsetzung in Themenwochen, Ausflügen oder in der aktiven Einbeziehung der Kinder in Gartenprojekte. Wichtig für uns: Die Angebote sind freiwillig, altersgerecht und sollen interessengeleitet wahrgenommen werden. 

Bei dem Bezug der Lebensmittel achten wir auf regionale und biologische Produkte, soweit dies möglich ist. Ökologisches Bewusstsein geht jedoch „über den Tellerrand“ hinaus. In der pädagogischen Arbeit der Kindertageseinrichtung zeigt sich dies durch naturnahe Bildungsangebote, achtsame Esskultur, die Vermeidung von Müll und die bevorzugte Verwendung nachwachsender Rohstoffe. Bereits bei der Planung der Sanierung und Ausstattung der Einrichtung wird möglichst effektiv und effizient gearbeitet. Eine Nutzung von Solar- und Energieeinsparprogrammen ist vorgesehen. Mitarbeitende werden zum ressourcenschonenden Umgang mit Büromaterial, Strom und Wasser angehalten und können das diesbezüglich notwendige Bewusstsein und entsprechende Handlungsstrategien in Teamschulungen weiterentwickeln.

Wir sehen in jedem Kindergartentag die Möglichkeit Bildungsgelegenheiten zu schaffen, zu entdecken und zuzulassen. Die gesamte Kindergartenzeit sehen wir als soziale, kognitive und motorische Vorbereitung für nachfolgende Wege und für die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder. Wir unterstützen Kinder darin ihren eigenen Forscherfragen nachzugehen und Raum für die Beantwortung der Fragen zu lassen.

Die Pädagog*innen-Teams sind feinfühlig gegenüber den Interessen und Themen und nehmen diese für Projektimpulse auf. Diese Projekte werden mit einem monatlichen Vorlauf geplant und erstrecken sich meist über 1 Woche. Wichtig dabei ist, dass die Beziehungsqualität zu den Kindern unter geplanten Vorhaben nicht leidet. Sollte dies bemerkt werden, können geplante Vorhaben im Umfang reduziert werden. Die Dokumentation der pädagogischen Arbeit und von Projekten erhalten die Eltern über Aushänge, schriftliche Dokumentationen und/oder Fotopräsentationen über Digitale Bilderrahmen im Gebäude.

Dabei wird die Zusammenarbeit mit (mehrsprachigen) Ehrenamtlichen und Freiwilligenprogrammen (Bundesfreiwilligendienst, Europäischer Freiwilligendienst) flexibel in den Alltag eingebunden. Auch Eltern können sich am pädagogischen Alltag durch ihre Begleitung oder durch gezielte Angebote in Projekten beteiligen.

Als festen Bestandteil sehen wir Ausflüge in die naturnahe Umgebung (Wald, Landgrafen, Prinzessinnengarten, an die Leutra) oder Besuche von Institutionen/Einrichtungen (Ernst-Abbe-Bücherei, Botanischer Garten, Klanggarten, Phyletisches Museum, Planetarium).

Pädagogische Haltung und die offene Arbeit.

Der Kindergarten „Sprachkiste“ arbeitet nach dem Ansatz der offenen Arbeit. Das Prinzip der Offenheit übertragen wir auf folgende Ebenen:

Der Inklusionsgedanke, die Achtsamkeit und Aufmerksamkeit für Besonderheiten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede spielen eine wichtige Rolle. Wir überprüfen Denk- und Handlungsmuster, reflektieren, gehen neue Wege und nehmen andere Perspektiven ein.

Es gibt Raum für Entwicklung, Spielräume für eigene Wege und die Bestimmung eines eigenen Tempos. Wir vertrauen in die Kompetenz der Kinder und der Mitarbeiter*innen bei Entscheidungsprozessen. In allen Prozessen geben wir Freiraum für kontinuierliche Veränderungen, Flexibilität und Improvisation. In der Bewältigung von Praxisproblemen setzen wir auf den Kreislauf von Erprobung, Reflexion, Veränderung.

 

Sichtbarkeit der Offenen Arbeit im Kindergartenalltag:

  • Funktionsräume und Aktionsbereiche
  • Bezugspädagog*innen, statt Gruppenpädagog*innen
  • Flexibilität in den Abläufen: Essen, Bringen und Abholen; Tagesablauf wird nicht verplant
  • Beteiligung der Kinder: Wahlfreiheit bei Angeboten und Kinderkonferenzen (in Planung)
  • gemeinsame Planung der pädagogischen Themen, unter Berücksichtigung der Interessen der Kinder; regelmäßiger fachlicher Austausch innerhalb des Teams, sowie mit der Fachberatung

 

Prüfsteine der offenen Arbeit:

  • das ungestörte Spiel der Kinder wird geschützt
  • die Kinder entscheiden selbst, ob und was sie essen möchten oder ob sie etwas probieren wollen
  • kein Kind wird zum Hinlegen oder zum Mittagsschlaf gezwungen, kein Kind wird zum Wachbleiben gezwungen, es werden Alternativen angeboten
  • die Zeit der Kinder wird nicht verplant
  • die Kinder können entscheiden, an wen sie sich mit ihren Bedürfnissen wenden
  • die Kinder entscheiden über Spielpartner*innen und Freundschaften
  • die Kinder haben die Wahl zwischen drinnen und draußen

die Kinder entscheiden, ob sie an einem Angebot von Erwachsenen teilnehmen

Unser pädagogischer Ansatz basiert auf Autonomie, Solidarität, Kompetenz und den Ressourcen der Kinder und orientiert sich an demokratischen Grundwerten.

Kinder werden als kompetent in Themen angesehen, die sie betreffen, daher werden Sie an Entscheidungsprozessen in geeignetem Maße beteiligt. Dabei sind die Interessen, Wahrnehmungen, Erfahrungen und damit auch die Entwicklungsprozesse in höchstem Maße individuell. Die jeweiligen sozialen und kulturellen Lebenssituationen werden als aufzugreifende Lernsituationen angenommen. Wir verfolgen einen Ansatz der Familienkulturen, der alle Kinder und deren Familien in ihrer Einzigartigkeit anerkennt. Das gemeinsame Gestalten von Lebenswelten spiegelt sich in feinfühliger Dialoghaltung und der aktiven Umsetzung der Elternpartnerschaft wider. In der Beobachtung und Dokumentation richten wir den Blick auf die Stärken und die individuellen Ressourcen der Kinder. Dies soll in der Kommunikation mit Eltern, zum Beispiel im Rahmen eines Entwicklungsgespräches, ein wesentlicher Bestandteil sein. Zudem richten wir den Blick auch auf familiäre und soziale Systeme, die das Kind zusätzlich stärken und unterstützen können. Wir bilden uns aktiv weiter, um die Qualität der pädagogischen Prozesse aufrecht zu erhalten.

Zu unseren Zielen gehört, dass Kinder die Welt und ihre eigene Position in ihr verstehen, darüber reflektieren können und verantwortungsvoll handlungsfähig werden. Kinder haben einen Anspruch darauf, dass ihre Rechte geachtet werden, zu denen auch das Recht auf Bildung zählt (vgl. Thüringer Bildungsplan 2015). Unsere pädagogische Arbeit orientiert sich an den Erziehungszielen der UN-Kinderrechtskonvention (§29), wonach die Bildung darauf ausgerichtet ist, der Persönlichkeit und Begabung des Kindes zur Entfaltung zu verhelfen. Die Achtung der Menschenrechte, der demokratischen Grundwerte und der Familienkulturen gelten als erstrebenswerte Erziehungsziele. In diesem Zusammenhang verfolgen wir die Teilziele:

 

  • Förderung der Mehrsprachigkeit       
  • Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung
  • Erziehungspartnerschaft vor dem Hintergrund der Familienkulturen
  • Förderung der interkulturellen Kompetenz

Im pädagogischen Alltag lassen wir Raum für die Themen der Kinder, die sie bewegen und aktuell beschäftigen. Dadurch entstehen, neben der punktuellen Themen- und Ausflugsplanung der Pädagog*innen-Teams, mit Kindern gemeinsam initiierte Projekte.

Der Kindergarten hat werktags von 07:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. An Brückentagen im Zusammenhang mit gesetzlichen Feiertagen, sowie zwischen Heiligabend und Neujahr bleibt die Einrichtung geschlossen. Darüber hinaus gibt es eine Sommerschließzeit von 2 Wochen und monatlich einen verkürzten Freitag (Teamfreitage bis 13:00 Uhr/ Pädagogische Freitage bis 14:30 Uhr geöffnet). Diese Nachmittage werden zu Zwecken der Reflexion, Fallberatung, Konzeptions- und Qualitätsentwicklung und für interne Weiterbildungen genutzt. Die Schließtage und -zeiten werden vom Kindergarten erstellt, mit dem Elternbeirat besprochen und rechtzeitig im Herbst des Vorjahres bekannt gegeben.

Als gemeinnütziger Verein, der noch heute von der Mitarbeit vieler Ehrenamtlicher getragen wird, hat die Kindersprachbrücke hierbei gute, langjährige Erfahrungen gemacht. Daher wissen wir, dass eine Gemeinschaft von den vielfältigen Ressourcen, Ideen und Kompetenzen ihrer Mitglieder lebt. Ehrenamtliche erfahren bei uns Begleitung und Wertschätzung für ihr Engagement. Wir wünschen uns, dieses Prinzip auch in der Kita „Sprachkiste“ fortsetzen zu können. Daher streben wir die Zusammenarbeit mit den ansässigen Instituten, anderen Vereinen und natürlich den Familien der von uns betreuten Kinder an. Die Unterstützungsmöglichkeiten sind vielseitig und stets freiwillig. Informieren Sie sich diesbezüglich in naher Zukunft gerne bei dem Förderverein der „Sprachkiste“

Ihre Ansprechpartnerin
Sandra Laue

Leiterin

sprachkiste@kindersprachbruecke.de

Tel.: +49 3641 6390366

Beratungssprachen: Deutsch, Englisch

Wo wir uns befinden.
Anschrift

Philosophenweg 24
07743 Jena

Aktuelles

  • Teamfortbildung mit der "mitgemacht- Partizipationswerkstatt Jena"
  • Themenwochen: "Vielfalt", "Mineralien und Steine", geplant: Gefühle und Emotionen
  • 2.Geburtstag der "Sprachkiste" am 01.04.2021 Party folgt hoffentlich 2022
  • Ausflüge ins Paradies und in den Garten von KiGa-Eltern 
  • unsere Kinder gehen einmal wöchentlich auf den Jenaer Markt, um Pflanzen, Obst oder Gemüse zu kaufen
  • 2. digitaler Elternabend erfolgreich durchgeführt im März
  • Umbenennung der Gruppenbereiche: U3 --> Kieselsteine, Ü3--> Feuersteine

 

Einblicke in die pädagogische Arbeit

Förderer des Projekts

Round Table 210 Jena | Jena Bioscience GmbH | InVENTer GmbH | Sparkassenstiftung Jena-Saale-Holzland | dotSource GmbH | Notariat Maaß und Watoro Jena | Familie Rabich (Baumpaten) | Herr Liebald (Baumpate) | Umweltministerin Anja Siegesmund (Baumpatin) | Dr. Silke Demme | Martina und Herbert Lützkendorf

Sie wollen auch gerne das Projekt unterstützen? Als Sponsor beim Aufbau oder langfristig? Sie möchten als familienfreundliches Unternehmen Belegplätze in der Kita für Ihre Mitarbeiter*innen reservieren? Sprechen Sie uns an!