Gemeinsam Zukunft gestalten: wie Partizipation bei uns gelebt wird
„Hier wird nicht über die Köpfe der Mitarbeitenden hinweg entschieden. Wir reden miteinander auf Augenhöhe."
Wenn unsere Kollegin Monja Bauer (Schulsozialarbeit) über den Prozess „Gesund führen“ spricht, wird schnell deutlich, was Partizipation bei uns bedeutet: Mitarbeitende gestalten mit, bringen ihre Erfahrungen ein und entwickeln gemeinsam mit Führungskräften Ideen für die Zukunft. Genau diese Kultur der Beteiligung prägt unsere Arbeit.
Partizipation schafft Räume, in denen unterschiedliche Perspektiven gehört, Erfahrungen geteilt und Ideen weiterentwickelt werden können. Sie stärkt Vertrauen, Verbundenheit und die Bereitschaft, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Damit ist sie nicht nur eine wichtige Grundlage für gute Zusammenarbeit, sondern auch für die Resilienz einer Organisation.
Die vergangenen Monate haben gezeigt, wie viel möglich wird, wenn Menschen ihre Ideen einbringen, Verantwortung teilen und gemeinsam Zukunft gestalten.
Summercamp: Ideen teilen, Neues entwickeln
Ein besonderes Beispiel dafür ist unser jährliches Summercamp. Im bewährten Barcamp-Format gestalten die Teilnehmenden das Programm selbst und bringen Themen ein, die sie bewegen.
Auch in diesem Jahr wurden Ideen diskutiert, Erfahrungen geteilt und neue Perspektiven eröffnet. Mitarbeitende und Führungskräfte kamen miteinander ins Gespräch, gaben Feedback und entwickelten gemeinsam Lösungen für aktuelle Herausforderungen.
Die große Beteiligung machte sichtbar, wie viel Wissen, Kreativität und Gestaltungskraft in unseren Teams steckt. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wertvoll es ist, Menschen aktiv einzubeziehen und ihnen Raum für Mitgestaltung zu geben.
Gesund führen: Führung gemeinsam weiterentwickeln
Partizipation spielt auch bei der Weiterentwicklung unserer Führungskultur eine zentrale Rolle. Im Rahmen des Prozesses „Gesund führen“ arbeiten Mitarbeitende und Führungskräfte gemeinsam daran, ein gemeinsames Verständnis von Führung zu entwickeln und unser Führungskonzept weiterzuentwickeln.
Möglich wird dieser Prozess durch unser Projekt „Resilient mit Wirkung“. Mit dem Projekt schaffen wir Räume, in denen Mitarbeitende und Führungskräfte gemeinsam an Themen arbeiten können, die ihre Gesundheit, Zusammenarbeit und Zukunftsfähigkeit stärken. Resilienz verstehen wir dabei nicht nur als individuelle Stärke, sondern auch als Fähigkeit einer Organisation, Veränderungen gemeinsam zu gestalten.
Der Prozess begann mit einem gemeinsamen Klausurtag, an dem Mitarbeitende und Leitungskräfte verschiedener Bereiche zusammenkamen, um ihre Sichtweisen auf gesunde Führung auszutauschen. Aus diesem Auftakt gingen mehrere Arbeitsgruppen hervor, die sich in den folgenden Monaten mit unterschiedlichen Themen beschäftigten, darunter Belastungsgrenzen, Kommunikationsstrukturen, die Rolle von Führungskräften und eine empathische Gestaltung der Zusammenarbeit.
Für Monja Bauer, die als Schulsozialarbeiterin an einer Jenaer Grundschule arbeitet, war vor allem die aktive Einbindung der Mitarbeitenden ein starkes Signal:
„Wir Mitarbeitenden durften unsere Gedanken dazu beisteuern und aufzeigen, wie wir Führung wahrnehmen, was wir uns von Führung wünschen und wie wir uns eine gemeinsame Zukunft bei dem Thema vorstellen.“
Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden in einem gemeinsamen Follow-up vorgestellt und diskutiert. Dabei zeigte sich nicht nur, wie kreativ und engagiert die Beteiligten gearbeitet hatten, sondern auch, dass in vielen Bereichen bereits gute Grundlagen vorhanden sind. Häufig geht es weniger um grundlegende Veränderungen als vielmehr darum, bestehende Stärken sichtbar zu machen und gezielt weiterzuentwickeln.
Besonders eindrucksvoll war für viele Teilnehmende eine erlebnispädagogische Übung, bei der Führung, Zusammenarbeit und Kommunikation unter herausfordernden Bedingungen erlebbar wurden. Solche Erfahrungen eröffneten neue Perspektiven auf die Anforderungen von Führung und die Bedeutung guter Zusammenarbeit.
Darüber hinaus beschäftigten sich die Teilnehmenden intensiv mit den vier Rollen von Führungskräften: Leadership, Management, Coaching und Expert:innentum. Anhand konkreter Praxisbeispiele wurde deutlich, wie unterschiedlich Führung im Alltag wirken kann und welche Erwartungen Mitarbeitende in verschiedenen Situationen an ihre Führungskräfte haben.
Beteiligung stärkt Resilienz
Unsere Erfahrungen zeigen: Partizipation ist weit mehr als eine Methode. Sie ist Ausdruck einer Haltung, die auf Vertrauen, Dialog und gemeinsame Verantwortung setzt.
Wenn Menschen ihre Perspektiven einbringen können, entstehen tragfähige Lösungen, neue Ideen und ein stärkeres Verständnis füreinander. Gleichzeitig wächst die Bereitschaft, Veränderungen mitzugestalten und Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen.
Genau hier setzt auch unser Projekt „Resilient mit Wirkung“ an. Mit verschiedenen Angeboten, Impulsen und Entwicklungsformaten unterstützt es Mitarbeitende dabei, ihre mentale Gesundheit, ihre Leistungsfähigkeit und ihre innere Stärke nachhaltig zu fördern. Gleichzeitig stärkt das Projekt unsere Organisation als Ganzes und schafft Raum für Beteiligung, Lernen und gemeinsames Wachstum.
Denn die besten Ideen für unsere Zukunft entstehen dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen, Verantwortung teilen und gemeinsam gestalten.
Über das Projekt „Resilient mit Wirkung“
„Resilient mit Wirkung“ ist ein dreijähriges Projekt (01.04.2024 bis 31.03.2027). Ziel ist es, die mentale Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Resilienz unserer Mitarbeitenden nachhaltig zu stärken und damit die Zukunftsfähigkeit unserer Organisation zu fördern.
Im Rahmen des Projekts entwickelt unser Resi-Projektteam praxisnahe Angebote, Impulse und Werkzeuge, die Resilienz im Berufsalltag erlebbar und anwendbar machen.
Das Projekt „Resilient mit Wirkung“ wird im Rahmen des Programms „rückenwind³ – für Vielfalt, Wandel und Zukunftsfähigkeit in der Sozialwirtschaft“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.







