PARTS wächst: Ein Jahr für mehr Respekt, Vielfalt und Zusammenhalt an Grundschulen 

Beim ersten PARTS-Vernetzungstreffen der Kindersprachbrücke am 24. August 2026 in Jena kamen Engagierte aus Schulen, Wissenschaft, Verwaltung und Politik zusammen, um auf PARTS zu schauen. Bereits im ersten Projektjahr zeigt sich, wie groß der Bedarf wirksamer Vorurteilsprävention an Schulen ist. 

Wie können Kinder lernen, respektvoll miteinander umzugehen? Wie können Schulen Vorurteilen frühzeitig begegnen? Und was brauchen pädagogische Fach- und Lehrkräfte, um Vielfalt aktiv zu fördern? 

Mit diesen Fragen startete das Projekt PARTS Anfang 2026 bei der Kindersprachbrücke. Mit dem von der Friedrich-Schiller-Universität Jena entwickelten Präventionsprogramm werden Fach- und Lehrkräfte durch die Kindersprachbrücke geschult, Kinder darin zu stärken, Perspektiven zu wechseln, Vorurteile zu reflektieren und Konflikte konstruktiv zu lösen.  

Das Vernetzungstreffen machte deutlich, dass PARTS bereits im ersten Projektjahr beeindruckende Erfolge erzielt hat. 2026 werden insgesamt mehr als 100 Fach- und Lehrkräfte qualifiziert – eine Verdoppelung der Zielmarke. Unter den Teilnehmenden befinden sich Schulsozialarbeitende, Lehrkräfte, Hortfachkräfte sowie weitere Akteure aus dem Bildungsbereich von über 75 Thüringer Schulen. 

Besonders ermutigend ist die hohe Umsetzungsbereitschaft: Rund 90 Prozent der Geschulten planen, PARTS noch im selben Jahr an ihre Schule zu bringen. Ermöglicht wird dies durch ein ausgeklügeltes Programm, das zur Realität von Lehr- und Fachkräften passt: „Das Material ist sehr gut aufbereitet. Ich konnte von einem auf den anderen Tag loslegen.", so ein Arnstädter Schulsozialarbeiter. Die Schulsozialarbeit profitiert doppelt von PARTS, da es einerseits inhaltlich ihrem Auftrag entspricht und andererseits die Rolle an Schule stärkt. Unterstrichen wird dies mit dem Feedback eines Schulsozialarbeiters aus Ilmenau: „Ich als Schulsozialarbeiter an Grundschule habe mich bisher allein gelassen gefühlt. Sowas wie PARTS braucht es mehr."  

Lehr- und Fachkräfte sehen aber auch positive Entwicklungen in der Beziehung zu den Kindern und in ihrem Verhalten: „Seit ich PARTS mit den Klassen durchgeführt habe, werde ich im Schulalltag häufiger angesprochen“, berichtete eine Fachkraft aus Jena. Darüber hinaus bewähren sich PARTS-Methoden auch bei Konflikten in den Pausen oder im Hort. Wenn die Bezugspersonen bei einer „PARTS-Klasse“ auf Adler, Fuchs und Hirsch verweisen, wissen die Kinder sofort, dass drei Fragen zur Klärung helfen können: Was ist das Problem? Welche Wege gibt es jetzt? Was ist der beste Weg? 

Während Material und Fortbildungen bereits sehr gut auf die Bedürfnisse der Schulen abgestimmt sind, zeigen die Rückmeldungen, dass bei der Implementierung in den Schulalltag noch Entwicklungspotenzial besteht. Die multiprofessionelle Superpower des Vernetzungstreffens bot hierfür wertvolle Impulse und eröffnete neue Perspektiven auf diese Herausforderung. Die Teilnehmenden beschäftigten sich mit der Frage, was Schulleitungen, Eltern, Fachkräfte und Kinder brauchen, um bestmöglich von PARTS zu profitieren. 

Eine zentrale Erkenntnis des Vernetzungstreffens war, dass PARTS weit mehr ist als ein Unterrichtsprogramm. Erfolgreich gelingt die Umsetzung dort, wo die gesamte Schulgemeinschaft Verantwortung übernimmt und eine Kultur des Respekts und der Wertschätzung lebt. Damit dies dauerhaft gelingt, muss soziales Lernen als fester Bestandteil guter Schulentwicklung strukturell im Schulalltag verankert werden. Fördert PARTS das soziale Lernen erfolgreich, wirkt sich dies nicht nur positiv auf den allgemeinen Lernerfolg der Kinder aus, sondern trägt auch dazu bei, die Schule zu einem angenehmeren Lern- und Arbeitsort für alle zu machen. 

Das Fundament für diese gemeinsame Reflexionsphase legten Staatssekretär Dr. Althaus mit einem Grußwort, das die Bedeutung starker Partner für Schulen hervorhob, und Prof. Dr. Beelmann, der die wissenschaftlichen Grundlagen der entwicklungsorientierten Vorurteilsprävention in den Blick nahm. Anne-Franziska Heidenreich, Projektleiterin von PARTS bei der Kindersprachbrücke zog schließlich ein Fazit, das auch dem Anspruch des innovativen Kinder- und Jugendhilfeträgers für die weiteren Projektjahre entspricht: „Nachhaltige Präventionsarbeit braucht mehr als gute Materialien. Sie braucht engagierte Fachkräfte, unterstützende Schulleitungen sowie Brücken zwischen Wissenschaft, Politik und Schule.“ 

Gegen Ende des ersten PARTS-Projektjahres bei der Kindersprachbrücke in Thüringen zeichnen sich bereits neue Horizonte für die Umsetzung in Sachsen und Sachsen-Anhalt ab. Anfragen aus der Schulsozialarbeit sowie Kooperationen mit der Bildungsverwaltung lassen das Projektteam zuversichtlich in die Zukunft der kommenden beiden Förderjahre blicken. Dann sollen die PARTS-Schulungen auch als pädagogische Tage für Kollegien angeboten, Multiplikator:innen qualifiziert und die Begleitstruktur ausgebaut werden. 

Online-Informationsveranstaltung: 02. März 2027 um 16:30 Uhr (in Kooperation mit dem Landesamt für Schule und Bildung Sachsen) – Anmeldung 

Sie möchten PARTS an Ihrer Schule in Thüringen, Sachen oder Sachsen-Anhalt umsetzen? Stellen Sie gerne eine Anfrage für einen kostenfreien Fortbildungstermin an parts@kindersprachbruecke.de oder schauen Sie auf unserer Website unter www.kindersprachbruecke.de/parts nach neuen Terminen (Aktualisierungen werden laufend vorgenommen).