Gefühle in Bewegung – Tanzworkshop für die Kids in der Wohngruppe
Warum Tanz?
Mit Tanz und Körperarbeit erforschen wir gemeinsam unsere Gefühle, wo sie in unserem Körper sitzen und wie unterschiedlich sie aussehen können. Der Tanz ist dabei unsere gemeinsame Sprache, die universell und nonverbal funktioniert. Wir können langfristig achtsamer mit uns und unserem Körper werden, unser Inneres besser verstehen. Wenn wir achtsamer mit uns sind, können wir auch achtsamer mit unseren Mitmenschen und Lebewesen sein. Dies führt zu einem bewussteren Umgang mit unserer Umwelt. Zudem kann Tanz die eigene Resilienz und Zufriedenheit fördern und damit z.B. zu einem bewussteren Konsumverhalten beitragen.
Die Idee hinter dem Projekt
In unserer Kinderwohngruppe „Fuchsbau“ gab es seit einigen Wochen große Gefühle bei den Kindern und das Thema Wut spielte eine große Rolle. Daher haben sich die Pädagog:innen überlegt, in den Ferien ein Gefühlsprojekt zu organisieren, welches in einem gemeinsamen Brainstorming mit unserer Kollegin Susann entstand.
Über Susann
Susann ist Sozialarbeiterin, Tanz- und Bewegungspädagogin. Sie tanzt seit ihrer Kindheit und verliebte sich während des Studiums in urbanen Tanz (Dancehall). Seit 12 Jahren ist sie aktive Tänzerin, seit 10 Jahren unterrichtet sie Tanzklassen. 2022 schloss sie eine Fortbildung zur Tanz- und Bewegungspädagogin ab, um methodisch mit freiem und zeitgenössischem Tanz kreativ zu arbeiten.
So lief der Workshop ab
An zwei Tagen tauchten die Kinder in die Welt der Gefühle ein: Tag 1: Kita-Kinder (3 Stunden), Tag 2: Grundschulkinder (5 Stunden). Zunächst erforschten sie mit Gefühlskarten und einem Gefühlsbuch, welche Emotionen es gibt und wo sie im Körper spürbar sind. Dann ging es tänzerisch los: Mit imaginären Zauberkugeln begrüßten sich die Kinder und gestalteten ihre eigene Zauberblase – einen SafeSpace, der ihnen Sicherheit gibt, wenn Gefühle zu groß werden. Diese Blase wurde anschließend künstlerisch auf Papier gebracht und kann zu Hause als Erinnerung dienen. Im nächsten Schritt vertanzten die Kinder Gefühle wie Wut, Traurigkeit, Freude und Angst. Mit Aktionskarten brachten sie Emotionen in Alltagssituationen: Wütend Hausaufgaben machen, verliebt einkaufen gehen, ängstlich Haare waschen, entspannt Hände waschen, wütend auf Toilette gehen.
Fazit
Der Workshop zeigte: Tanz ist mehr als Bewegung – er ist Ausdruck, Kommunikation und ein Weg zu mehr Achtsamkeit. Die Kinder lernten, ihre Gefühle wahrzunehmen und kreativ zu verarbeiten. Ein Projekt, das nicht nur Spaß macht, sondern nachhaltig wirkt.
Die Workshops wurden durch das GEAR UP!-Programm (aus Mitteln des ESF und gefördert vom Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie) ermöglicht.







